
Blackbox Lullabies (2026)
Biografie
Yannic Günther (* 1985 in Rheda-Wiedenbrück) ist ein deutscher Singer-Songwriter, Multiinstrumentalist und Musikproduzent. Sein musikalischer Stil vereint Elemente aus Britpop, Softrock, Dreampop, Alternative Rock sowie Folk und Blues.
Leben und Ausbildung
Günther wuchs in Detmold auf und erhielt bereits ab dem Alter von fünf Jahren Schlagzeugunterricht. Später erlernte er autodidaktisch Gitarre, Bass und Keyboard. Ab 1998 gründete er erste Bands und begann mit dem Komponieren und Produzieren eigener Songs im Heimstudio, stark beeinflusst vom Sound der 1960er- und 1970er-Jahre.
Nach dem Abitur absolvierte er den Popkurs an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg und studierte anschließend ab 2007 Popularmusik mit dem Hauptfach Schlagzeug am Institut für Musik der Hochschule Osnabrück. Seine akademische Ausbildung schloss er mit einem künstlerischen Masterstudium an der Musikhochschule Münster ab, wo er sich auf Popularmusik mit dem Schwerpunkt Elektronik am Schlagzeug und Musikproduktion spezialisierte.
Künstlerisches Wirken
Im Jahr 2005 wurde Yannic Günther von der Band Fool’s Garden ("Lemon Tree“) entdeckt und gefördert. Gemeinsam mit deren Gitarrist und Produzent Volker Hinkel entstand die EP "Supernova". Während seines Studiums in Osnabrück formierte er als Frontmann die Band Yes, Please!, mit der er zwei EPs veröffentlichte und im Vorprogramm von Künstlern wie Pohlmann und Gabriella Cilmi auftrat. Zwischen 2011 und 2013 war er als Sessiondrummer u. a. für Alexander Knappe, Yvi Wylde und Hermann Muralev unterwegs.
Seit 2013 ist Günther wieder bewusst als Solokünstler aktiv. Er zeichnet sich dadurch aus, dass er alle Instrumente selbst einspielt, arrangiert und produziert. In den folgenden Jahren experimentierte er zudem mit Instrumenten der Weltmusik und entwickelte einen synästhetischen Ansatz, der Rhythmik und Melodik eng miteinander verknüpfte. Nach der Veröffentlichung des Albums Moving On (2021), das retrospektiv einen Teil der Schaffensphase der Vorjahre zusammenfasste, folgte eine mehrjährige Phase des bewussten Rückzugs. Neben seiner Musik widmete er sich 2017 zudem der abstrakten Malerei auf Holz. Einige seiner Werke wurden im Rahmen einer Einzelausstellung der Öffentlichkeit präsentiert.
Rückzug und Neuausrichtung
Zwischen 2022 und 2026 befand sich Yannic Günther in einer intensiven Studio- und Entwicklungsphase, die von einer tiefgreifenden stilistischen und persönlichen Neuausrichtung geprägt war. Er experimentierte umfassend mit analoger Studio-Hardware und modernem Sounddesign, um seine Klangästhetik als Songwriter und Produzent grundlegend weiterzuentwickeln. Dabei forderte er sich heraus, Elemente aktueller Chart-Ästhetik subtil in seine Musik zu integrieren, um durch diese bewusste Reibung mit seinem eigenen zeitlosen Stil neue kreative Impulse freizusetzen. Zudem setzte er sich intensiv mit dem kritisch-selbstreflektierten Einsatz von Künstlicher Intelligenz als kreative Erweiterung des künstlerischen Prozesses auseinander.
Dieser von Intuition geleitete, stark introspektive Schaffensprozess führte auch zu einer psychologischen und sprachlichen Vertiefung seiner Lyrik. Neben englischsprachigen Werken rückten ab 2024/2025 deutsche Texte stärker in den Fokus, wobei sich beide Sprachen stilistisch wechselseitig beeinflussten. Ein zentraler Bestandteil dieser Phase war zudem eine jahrelange Auseinandersetzung mit individueller Stimmbildung und unterschiedlichen Stimmfacetten, die eng mit der Erforschung körperlicher Resonanzräume sowie eigenständiger, freiwilliger tiefenpsychologischer Traumaarbeit und Persönlichkeits-Integration für die Kunst verknüpft war. In dieser hochproduktiven Phase entstanden über 100 unveröffentlichte neue Songs, die das Fundament für zukünftige Veröffentlichungen bilden.
Pädagogische Arbeit
Neben seiner künstlerischen Tätigkeit schloss Günther ein Studium der Musikpädagogik ab. Seit 2013 lebt er in Bielefeld und arbeitet als Musikpädagoge mit den Schwerpunkten Schlagzeug, Bandcoaching und Songwriting.